Was bringt ein Workshop, außer Umsatz?
May 29, 2026 6:18 am
Hi ,
Ich hab mit einem Workshop 73,90€ verdient LOL (und würde es wieder tun)
Verzeiht ihr mir diese Clickbait Headline? Ich klärs auch auf, versprochen!
(Diesen Post lieber im Browser lesen)
Also, letztes Wochenende habe ich im Village, einem neuen Store, Coworking- und Eventspace hier in Tübingen einen Workshop zum Thema Sichtbarkeit gehalten. Ich habe 5 Tickets zu je 25€ brutto verkauft. Abzüglich MsSt. und Copecart-Gebühren landen davon 18,78€ pro Ticket bei mir. Macht 93,90€ Einnahmen für den Vormittag, aber eine der Teilnehmerinnen ist auch eine Freundin von mir und ich hab sie danach zum Essen eingeladen – damit kann ich den Zwanni gleich wieder abziehen :D (An alle Buchhalterinnen und Finanzamtpeople: I know it doesn't work that wayyyy)
Okay, ihr denkt jetzt womöglich: Ist sie bescheuert? Einen Vormittag lang workshoppen und dafür kommen weniger als 100€ bei raus? Das lohnt sich ja gar nicht!
Und ja, damit habt ihr Recht, wenn ihr ausschließlich aufs Geld guckt. (Und das ist kein Callout – es ist total okay wenn ihr hauptsächlich aufs Geld guckt! Wenn Umsatz generieren gerade euer Hauptziel ist, dann wäre dieses Modell hier kein guter Einsatz eurer Zeit.
Was bringt ein Workshop, außer Geld?
In diesem Fall ist es klar: Wenn die Tickets so günstig sind und maximal 10 Personen in den Eventraum passen – reich wird man davon nicht. Aaaaber...
- ein Workshop kann ein Weg sein, neue Konzepte zu testen (Research + Development)
- ein Workshop hilft, die eigene Zielgruppe (oder neue Zielgruppen) besser kennenzulernen (Marktforschung)
- bevor man ein digitales Produkt entwickelt, sollte man die Inhalte meiner Meinung nach immer live getestet haben (Produktentwicklung)
- ein Live-Workshop kann Feedback, Testimonials und Bewertungen bringen (die dann später wieder helfen, andere Dinge zu vermarkten (Marketing)
- ein Präsenz-Workshop lässt sich besser filmen und fotografieren, was ebenfalls beim Vermarkten hilft (Marketing)
- ein "Test-"Workshop in kleiner Runde und mit direkten Rückmeldungen hilft, das eigene Selbstbewusstsein zu stärken und mit einem besseren Gefühl in die Entwicklung und den Verkauf von Folgeangeboten zu gehen (Mindset)
- wenn (!) man Folgeangebote hat, kann der günstige Workshop der Startpunkt eines Funnels sein (Folgeumsätze)
... und zu einem späteren Zeitpunkt fallen mir bestimmt noch mehr Möglichkeiten ein.
Welche Rolle spielt der Workshop für dich?
Ich hab diese Frage schonmal in einem anderen Blogpost aufgeworfen, aber ich frag sie hier nochmal: Was soll der Workshop für dich machen?
In meinem Fall war das ja ein selbstorganisierter Workshop, bei dem ich selber für den Ticketverkauf verantwortlich war. (Typ 1 / Einzeltickets in meiner Typologie der Workshop-Geschäftsmodelle) In meinem Fall sind diese Art von Workshops NIE die Umsatzbringer. Kohle verdiene ich im Dozent:innen-Geschäftsmodell. (Wenn du gerade Fragezeichen in den Augen hast: Lies hier nochmal die Unterschiedung zwischen den Geschäftsmodellen.)
Diese Art von Workshops sind für mich Spielwiese, Marktforschung und ein Wegm aus der Nähe zu sehen, was die Zielgruppe beschäftigt. Dementsprechend schaue ich nicht auf den Umsatz. Und dementsprechend werde ich im Village demnächst sicher noch einen Workshop machen.
Falls du neugierig bist, was ich jetzt konkret davon mitgenommen habe..
- Inspo für die Tool-ification meiner Konzepte (mehr dazu in meinem persönlichen Blog)
- ein Satz, den eine Teilnehmerin beiläufig gedroppt hat, der jetzt rent-free in meinem Kopf lebt
- 3 neue Kontakte
- und, sobald diese das Formular ausfüllen: Testimonials ;)
- das gute Gefühl, etwas beigetragen zu haben, um das Village als Workshoplocation bekannter zu machen
– das ist ja wohl mehr Wert als 73 oder 93 Euro, oder? ;)
Du musst wissen, was dir gerade wichtig ist
Manche von euch haben jetzt vielleicht mit dem Kopf geschüttelt und gedacht "neee für das Geld würde ich es trotzdem nicht machen". Fair! Ich checke!
In dem Fall müsstest du entweder Workshopanfragen, die nicht mindestens X Euro (diese Zahl musst du für dich festlegen) bringen, absagen. Oder du musst starke Folgeangebote bauen und die dann auch ordentlich im Workshop bewerben. Ich muss mir hier btw auch selber an die Nase fassen, denn ich hab in den Wochen vor dem Termin zwar darüber nachgedacht, was ich am Ende des Termins pitchen könnte – hab aber nix aus dem Hut gezaubert.
Wenn die Headline dieses Newsletters "Ich hab mit dem Workshop nur 70€ verdient aber dadurch eine Kundin für das Zwanzigfache gewonnen" gewesen wäre – hätte ne andere Qualität gehabt, oder? :)
Die Moral von der Geschicht: Es kommt sehr darauf an, in welchem Geschäftsmodell du bist und was gerade deine Businessziele sind, um zu bestimmen, welche Honorare, Preise und Einnahmen sich "lohnen". Nicht nur Geld ist ein valides Ergebnis, sondern auch Produktentwicklungsfeedback, Marketingunterstützung oder anderes. Was dir gerade wichtig ist, musst du selber entscheiden.
Jetzt nehm ich es mir aber heraus, zu pitchen: ;) Wenn du gerne mit mir zusammen an deinem Workshopbusiness arbeiten willst, komm gern auf die Workshop-Accelerator-Warteliste. Ab September öffne ich das Programm wieder.
Da ich so neugierig bin: Verrate mir gerne: Wenn das Honorar oder die Ticketeinnahmen keine Rolle spielen, was wäre stattdessen etwas, was für dich wertvoll wäre in deiner aktuellen (Workshop-)Business-Situation? Ich freu mich immer über Antworten :)
LG Kato