Bist du Dozent:innen-Business-ready? Spoiler: Du brauchst weniger, als du denkst.
Jan 20, 2026 7:11 am
Hey ,
vielleicht hast dus mitbekommen: Anfang Dezember hab ich Testworkshops im Kontext der Entwicklung des Workshop Inkubators gehalten, und einem davon hab ich einen frechen Titel gegeben: "Bist du Dozent:innen-Business-ready?"
(Der Titel kam offenbar gut an, denn die Plätze dafür waren nach kurzer Zeit vergeben!)
Ich will in dieser Mail recappen, warum ich das Thema gewählt habe, und was denn jetzt die Antwort ist, aka wann man ready ist. Let's go!
"Bin ich bereit?"
Diese Readyness-Frage kam nicht von irgendwoher, sondern war inspiriert davon, was ich immer wieder höre, wenn ich mit Leuten über Workshops spreche:
– Brauche ich erst mehr Reichweite?
– Sollte ich nicht erst ein Freebie bauen?
– Uff ich muss erstmal wieder in eine Linkedin-Posting-Routine reinkommen..
– Ich hab da schon eine Workshop-Idee, aber…
– Andere wissen bestimmt mehr über das Thema als ich...
Letzteres könnte eine Impostor-Syndrom-Sache sein (dazu bitte vertrauensvoll an Anna wenden, ihren Gastbeitrag zum Impostor-Thema findet ihr hier), die anderen Fragen zeigen mir, dass die Leute noch nicht das Workshop-Geschäftsmodell verstanden haben. Beziehungsweise die Art von Geschäftsmodell, die ich am coolsten finde und meinen Accelis nahelege.
Das haben wir im Workshop gemacht
Zu Beginn haben wir uns den typischen Online-Business-Funnel angeschaut, anhand der fiktiven Persona "Olli Onlinebusiness" (nein, kreative Namensfindung gehört NICHT zu meinen Stärken, lol)
Instagram → Freebie → E-Mail-Sequenz → Workshop → Upsell → nächster Kurs → 🎠🎪
Viele Selbstständige denken, das muss so. Weil sie im Online Business Industrial Complex sozialisiert worden sind und so Sachen gehört haben wie "du musst erst launchen und dann einen Evergreen Funnel aufbauen" oder "the money is in the list". Ich will nicht sagen, dass das nicht stimmt oder nicht funktioniert. Ich will sagen, dass für eine bestimmte Art von (Online Business-)Geschäftsmodell stimmt, und wir uns überlegen müssen, (a) ob wir das wollen/ ob das zu uns passt und (b) ob das zu dem Geschäftsmodell passt, in der wir reinwollen.
(Sidenote: Mein Lieblingsbeispiel ist immer: denk mal an so ein ganz langweiliges, bodenständiges Business. Der Bäcker um die Ecke oder ein Klempner. Arbeiten die so? Bist du in der E-Mail-Liste deines Bäckers? Wenn du demnächst dein Bad renovieren willst, oder wenn ganz akut dein Klo verstopft ist, musst du dann erst das Freebie vom Klempner runterladen, bevor du ihn anheuern kannst? Nein? Siehste.)
Also, zurück zu Olli Onlinebusiness.
Gedanken wie "Ich hab noch nicht genug Follower" oder "Welches Freebie passt denn zu meinem Workshopthema?" zeigen, dass man gedanklich im B2E/B2C-Onlinekurs-Business feststeckt.
Ein Dozent:innen-Business (so wie ich es definiere) funktioniert anders!
Der Dozent:innen-Funnel (Minimalversion)
Wir haben uns dann angeschaut: Wenn Olli jetzt ins Dozent:innen-Geschäftsmodell wechselt und da einen Workshop verkaufen will, wie sieht das aus?
Auch da gibt es einen Funnel, aber halt ohne Freebies, E-Mail-Liste, Social Media & Co.
Der ist halt anders. Für mich persönlich ist er definitiv auch besser. Aber das kommt eben auf die persönliche Präferenz an. Wenn Leute launchen & co lieben, dann ist das super. Ich will nicht per se Online-Businesses schlechtreden; ich will aber ein Gegengewicht sein bzw. zeigen, dass "mit einer online-basierten Selbstständigkeit Geld verdienen" auch anders aussehen kann. Ok Rant over.
In der Minimalversion sieht der Dozent:innen-Funnel so aus:
- Du hast eine klare Workshop-Idee
- Du kannst diese Idee verständlich darstellen
- Du erreichst die richtigen Ansprechpersonen der B2B-Organisation, die dein Kunde wird
- Du pitcht (ja, wirklich)
Die Antwort auf die Frage: Du brauchst nur 4 Dinge
Am Ende haben wir alles zusammengezogen und es wurde erstaunlich klar:
Wenn du ein Dozent:innen-Business aufbauen willst, brauchst du keine 20 Baustellen. Du brauchst vier.
1. Eine Workshop-Idee
Entweder einen Workshop, den du schon mal gehalten hast (z. B. intern im Job, in einem anderen Kontext, ...) oder eine klare Idee, die aus deiner bestehenden Expertise kommt (z.B. aus der Dienstleistung, die du machst).
2. Eine Website, Mappe oder ausführliche E-Mail
Du brauchst einen Ort, an dem deine Workshop-Idee erklärt wird.
Das kann sein:
- eine schlanke Website bzw. eine Unterseite auf einer bestehenden Website
- eine PDF-Mappe (eher für Fortgeschrittene, das mach ich dann mit meinen Accelis)
- oder eine gut strukturierte Pitch-Mail
Dabei geht es nicht um Design oder Branding, sondern dass deine Workshop-Idee verständlich erklärt wird (und dass deine Ansprechperson mithilfe dieses Dokuments auch anderen Leuten, z.B. Chef:in oder KOlleg:innen erklären kann. worum es geht...)
3. Technische Infrastruktur
Damit ist gemeint: E-Mails schreiben können von einer seriösen Absenderadresse (nicht suessebiene123atgmx...) & die Business-Basics aka. Angebote und Rechnungen schreiben zu können.
4. Mut. Das ist wahrscheinlich das Schwierigste.
Denn: Du brauchst den Mut, dich zu pitchen.
Ja, wir alle wünschen uns, dass unsere Traumkund:innen von alleien auf uns zukommen und unser Postfach reich an Anfragen ist. ABER es ist Fakt: wenn wir uns für ein neues Thema positionieren, ein neues Geschäftsmodell beginnen, ein neues Angebotsformat wählen... dann MÜSSEN wir selber Initiative zeigen und aktiv den Anschubs geben.
Das heißt nicht, marktschreierisch zu sein oder unangenehme Cold DMs zu schicken. Wenn ich Pitch sage, meine ich sowas wie „Ich habe da ein Workshop-Angebot. Das könnte für euch relevant sein, weil...“ Nicht mehr und nicht weniger.
Wenn du dich traust, zu pitchen, und die anderen Punkte abhakst: ja, dann bist du ready, das Dozent:innen-Business-Workshop-Geschäftsmodell anzugehen und auszuprobieren.
Achtung, jetzt kommt mein Pitch ;) Für diesen ganzen Prozess (B2B Kund:innen finden und verstehen, Thema finden, Ansprechpersonen recherchieren, Pitch schreiben) habe ich den Workshop Inkubator entwickelt. Das ist meine Anleitung, mit der man die ersten Pitches verschickt. Daraus könnt ihr ablesen: Gibt es Interesse an meinem Thema? Wie reagieren die Ansprechpersonen? Wen gibt's eigentlich alles auf dem Markt? Fühlt sich das leicht oder schwierig an?
Ich kann euch natürlich nicht garantieren, dass ihr damit mindestnes x Aufträge an Land zieht und mindestens y€ Umsatz macht. Das wäre unseriös. Aber ich kann euch versprechen: Ich habs so kompakt, hilfreich und praxisorientiert wie möglich gemacht, es auszuprobieren. ✌🏻
Im besten Fall machst du den Inkubator und kriegst dadurch deinen ersten Workshop-Auftrag.
Im zweitbesten Fall machst du den Inkubator und kriegst nicht sofort einen Auftrag, aber wertvolle Marktforschungs-Insights zu deiner Idee.
Bist du ready? Nimm dir 90 Minuten Zeit und durchlaufe den Pitch-Prozess mit dem Inkubator:
Viel Erfolg! I am rooting for you ✨ Kato
P.S.: diejenigen, die den Prozess schon gemacht haben: bitte keep me posted, welche Pitches ihr verschickt habt und welche Rückmeldungen ihr bekommen habt!!:)