Achtung, heute gehe ich unter die Life- und Motivations-Coaches.
Vor zwei Jahren habe ich mit einem Berliner Life und Business Coach zusammengearbeitet. Wir haben eine Neujahrs-Challenge gelauncht. Dabei hat er Folgendes zu mir gesagt:
"Steffen, weißt du... feste Ziele zu haben, ist das schlimmste für unsere Motivation."
Für mich ergab das keinen Sinn.
"Ich dachte immer, dass wir Ziele brauchen, um Motivation zu schöpfen."
"Nein, sie helfen uns nicht weiter. Sobald wir sie erzielt haben, geht unsere Motivation flöten."
Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich musste mich direkt an eine Situation aus meinem Leben erinnern:
Als 16-Jähriger war ich so dünn, dass wenn ich mich seitlich gestellt habe, du mich nicht mehr gesehen hast. Dann habe ich meine erste Freundin bekommen und ich bin von 86 kg, (mit 1,93 m ist das nicht viel) auf 148 Kilo innerhalb von zwei Jahren gewachsen.
Wo ich vor der Beziehung jeden Tag Fahrradfahren, Basketball spielen und meine Jahreskarte im Schwimmbad hatte, war ich nur noch faul auf der Couch und habe mit ihr Akte X gebinged und jeden Abend Döner gefressen. (Ja. Gefressen)
Als ich dann 18 wurde, bin ich nicht mehr die 400 m zum Dönermann gelaufen, sondern die 3 km Einbahnstraße herum mit dem Auto gefahren.
Die Frau war irgendwann weg. Die Kilos blieben.
Kurze Zeit später habe ich ein gutes Stück verloren, als wir unser Fitnessstudio übernommen haben. Doch ich war immer ungefähr 110, 115 Kilo.
Schnitt. 10 Jahre später.
Als ich mich endlich traute meine polnische Göttin zu fragen, ob sie mich heiraten will, haben wir entschieden, die Hochzeit noch im selben Jahr zu halten.
Februar 2018 gefragt und die Hochzeit für August 2018 geplant.
Ich hatte ein Ziel für mich gesteckt:
Ich will an meinem Hochzeitstag
zweistellig wiegen.
Lange Rede kurzer Sinn, ich habe es geschafft. An meinem Hochzeitstag sah ich 97 Kilo auf der Waage.
Geschaaaaafft!
Und dann?
Es hat keine drei Wochen gedauert und ich bin wieder im Team dreistellig gelandet.
Genauso wie andere auf ihrer Hochzeit, für den Sommer oder bestimmte Ereignisse ein Ziel erreichen wollen, so habe ich auch die Motivation verloren.
Alle
wollen
stärker,
schlanker,
beweglicher,
ausdauernder,
und gesünder sein.
Über mehr Energie zu verfügen, um ihren Alltag besser zu bestreiten. Oder einfach nur, um für die Familie da zu sein.
Doch folgendes Problem:
Sie streben nicht das neue Verhalten an,
sondern das Ergebnis daraus.
Deswegen müssen wir Dinge finden, die mit uns wachsen. Die Motivation nicht auf ein Ereignis projiziere, sondern auf eine Lebenseinstellung.
Dabei glaube ich nicht daran, das Ziel immer weiter anzupassen. Das ist genauso ungesund im Abnehmen, wie auch beim sinnlosen Nettovermögen anhäufen.
Also...
Was treibt dich an?
Bleib Episch 👑
Steffen
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