Arne

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Das Internet, wie es sein sollte / Eigenleben von Projekten / Decoy



Hallo werte Leserschaft,


der letzte Monat war intensiv und der letzte Newsletter entsprechend kurz. Und nachdem nun die Masterthesis abgegeben ist und mich eigentlich darauf freute, wieder frei zu schreiben, fühle ich nun eine Schreibblockade … und sitze seit einigen Tagen vor diesem Newsletter und komme nicht so recht voran.


Fragmente

Was mir in den letzten Wochen am Meisten Freude bereitete, war wieder das Eintauchen in die Tiefen von Datenbanken und Bibliotheken: Dank VPN-Zugang und Benutzerkonto der Universitätsbibliothek fühlte sich das Internet an, wie es sich früher anfühlte – oder besser: wie es sich anfühlen sollte: Recherchieren von Texten, Ideen, Konzepten. Springen von Literatur zu Literatur, Gedanken-Spuren folgen, nach-denken und (fast) keine Paywalls, sondern freies entdecken von Wissen und lernen. Die Welt entdecken, Nuancen erkennen, und Stück für Stück weiter verstehen. Dieses Privileg und Werkzeug werde ich wirklich vermissen.


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Eine weitere spannende Beobachtung, die mir erst im Kontrast mit einem »AI First«-Projekt auf der Arbeit wieder so richtig bewusst wurde, ist, wie sich Projekte im Tun verändern: Wie sie von der ersten Idee, über die Entwicklung einer Vision durch kleine – und manchmal große – Entscheidungen immer konkreter werden. Die Idee erwacht zum Leben, aber sie wird auch anders. Es funktioniert nicht alles, wie zunächst gedacht oder gehofft, aber es gibt Möglichkeiten und durch die Kombination von Möglichkeiten und das Entwickeln von Ideen in der ursprünglichen Idee wird konkreter, was nur eine erste Idee war. Dieses erhabene Gefühl, dass aufkommt, wenn Ideen konkret werden, aber auch das manchmal endtäuschende Gefühl, wenn es anders wird, als geplant – aber: diese Gefühle sind etwas besonders. Und der Reiz der Kreativität.


Randnotizen

🎙️ WRINT: Nostalgie: Holger Klein spricht im Interview mit Tobias Becker über eine kulturhistorische Betrachtung des Begriffs ›Nostalgie‹: Obwohl dieser mittlerweile tief in unserer Alltagssprache verankert ist, sei er wissenschaftlich kaum zu greifen. Eine spannende Betrachtung über den Begriff eines »Gefühls«.


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📒 SPINESPINESPINE: SPINESPINESPINE ist ein Online-Tool mit dem man 3D-Mockups von Büchern und Magazinen erstellen kann und, mit ein paar Tricks, auch für Zines.


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📓 droplet 19: Cyberpunk Dystopia: 2026 Pocket Guide: lin illu hat im Juli ein Survival Guide für 2026 als Zine in Cyberpunk- (oder Shadowrun-Regelwerk-)Optik herausgebracht, in der sie die RABBIT-Methode erklärt: Read, Avoid AI, Boycott, Buy & Own, Inform, Tectical Tech.


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📑 Keine Pause erlaubt: Projekt gegen defensive Architektur in München: Studierende der Innenarchitektur haben sich in einem Seminar mit »defensiver Architektur« bzw. Hostile Design beschäftigt, also der absichtlich abweisenden Gestaltung von öffentlichen Orten und haben Interventionen entwickelt, die mal spielerisch, mal provokant mit diesen abweisenden Orten umgehen.


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🔡 Decoy Font: Decoy Font ist eine experimentelle Schriftart, die vom eigentlichen Inhalt des Geschriebenen durch Überlagerung mit anderen Buchstaben ablenkt (»Decoy«), weshalb KI-Systeme den eigentlichen Text (bisher) nicht auslesen können.


Musik zum Ausgang

Passend zur Schreibblockade kommt diesen Monat Writer’s Block (TIDAL) von Just Jack auf die Playlist zum Newsletter.


Nachwort

Falls euch der Newsletter diesen Monat zur kurz war und ihr euch die Zeit vertreiben wollt, dann empfehle ich euch den 2,5 h Deep Dive von Mattis in H2O: Plötzlich Meerjungfrau. Ich werde nun noch etwas durchatmen.


Beste Grüße

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