Triggerwarnung: Heute habe ich eine ekelhafte Geschichte parat.
Ich bin mit meiner Familie wie jedes Jahr an der Ostsee. Wir verbringen hier 2-3 Monate und genießen das gute Wetter am Strand.
Das seit mittlerweile 10 Jahren. Und heute musste ich mich an eine Geschichte aus meinem ersten Jahr hier zurückerinnern...
Ich war mit meiner polnischen Göttin und einigen Ihrer Familienmitglieder essen. Und was macht der Deutsche, wenn er im Urlaub essen bestellt?
Richtig. Schnitzel.
Ich war mega hungrig. Wir kamen gerade zurück vom Strand und die letzte Kaubewegung war das Frühstück 8 Stunden vorher. Und dann dauerte es noch einmal über 30 Minuten, bis das Essen endlich auf dem Tisch stand.
Mit gesundem Appetit landete das erste Stück im Mund. Sekunden später das nächste. Und bevor du diesen Absatz zu Ende gelesen hast, das Dritte.
Doch plötzlich... Was ist das?
Ich griff in meinen Mund und zog ein Haar in der Länge einer Spaghetti raus.
Würg!
Ich habe dir doch gesagt, es wird ekelhaft. Doch das war nicht der ekelhafte Teil. Der kommt jetzt:
(Maaaaan. Ich weiß. Heute denke ich "das" auch. Doch damals war ich echt hungrig)
Meine Freundin hat mich so ungläubig angeschaut, wie du gerade diese E-Mail liest.
"Warte. Ich sage Bescheid, dass sie dir ein neues Schnitzel bringen müssen."
"Neeeeiiin!! Ich habe wirklich Hunger und kann nicht noch einmal 30 Minuten warten."
Das Ende der Geschichte?
Haha.... Ohhh nein....
Drei Bissen später habe ich das nächste Haar gefunden. Jetzt war es auch für mich zu viel. Gerade wollte ich was sagen, da sprang meine polnische Göttin auf und stampfte Richtung Küche. Wer schon einmal eine angepisste Osteuropäerin gesehen hat, der weiß was jetzt als nächstes passiert ist.
Sie hat dem Personal richtig Dampf unter den Gluteus Maximus gemacht.
Und was soll ich sagen?
Keine 10 Minuten später lag ein Schnitzel auf meinem Platz, das so groß war, dass ich gar nicht wusste, ob noch ein Teller darunter war oder direkt auf dem Tisch lag.
Mit Bedacht aß ich weiter. Und was soll ich sagen? Es war lecker. Verdammt lecker. Und vor allem Haarfrei.
Kurz vor Schluss brachten die Kellner für den gesamten Tisch (5 Personen) Kaffee und Torte. Weder der Nachtisch noch mein Schnitzel wurde uns in Rechnung gestellt. Der Inhaber kam zu uns und hat sich in aller höchster Manier entschuldigt.
Mir wurde bewiesen, dass mein Wohlbefinden ernst genommen wurde. Sie haben alles Mögliche getan, um den Fehler wiedergutzumachen und sich zu entschuldigen.
Wir alle machen Fehler. Die Frage ist nur, wie wir damit umgehen. Dieses Restaurant hat es richtig gemacht.
Und bis heute sind wir jedes Jahr
Gäste in diesem Restaurant.
Diese Story soll eins verdeutlichen:
Kundenbeschwerden können zu den größten Fans deines Business werden.
Solange wir alles in unserer Macht tun um den Fehler wieder gutzumachen.
Selbst, wenn wir die Kundenbeziehung nicht retten können. Zumindest haben wir eine Erfahrung erschaffen, die am Ende positiv ist. Anstatt böses Blut, wird die Aufopferung es wieder gutzumachen geteilt.
Ich erzähle diese Geschichte jedem, mit dem wir in dieses Restaurant gehen. Niemand hat (ernsthaft) Angst, dort zu essen.
Und genau darum geht es.
Positive Erinnerungen schaffen. Ob wie ich per E-Mail. In Seminaren, oder lass es meinetwegen auch LinkedIn sein. Jede Erfahrung mit uns wiegt in der Waage mit.
Lass Negativität nicht unter den Tisch fallen. Heb' es auf und richte ein Scheinwerfer drauf. Zeige, dass es dir wichtig ist Fehler wieder gutzumachen.
Es passiert uns allen.
Bleib Episch 👑
Steffen
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