Meine allerletzte Ehren-Urkunde.

Feb 26, 2026 11:50 am


Hej , Christina hier.


Ich habe neulich was erlebt, das muss ich Dir erzählen!


Es war so:


Das Lehrerzimmer riecht nach abgestandenem Kaffee und abgelegtem Papier.


Stimmen schwappen durch den Raum, durch die Flure, auf dem alten Holzboden schmilzt der Schnee.


 Meine erste Dienstbesprechung seit fast sechseinhalb Jahren Pause.


„So eine Urkunde wird selten übergeben“, sagt der Schulleiter vor versammeltem Kollegium.


Ich halte sie in den Händen und fühle mich unerwartet ruhig, ausbalanciert. 


Ich nicke ihm zu, bestätigend, weil ich genau weiß, was er meint.


Weil selten jemand diesen Schritt wagt.


Weil sich selten jemand diese Freiheit schenkt.


Mich auf eigenen Wunsch aus der Sicherheit des Beamtentums entlassen zu lassen, ist kein Wutausbruch.


Kein Drang nach Abenteuer.


Kein stiller Protest.


Es ist ein Bewusstwerden.


Klar war da auch Angst.


Eine die oft leise in meiner Brust kratzte.


Was, wenn ich scheitere?


Was, wenn die anderen Recht haben, die sagen: „Tu das nicht, das ist leichtsinnig!“


Für mich bedeutet dieser Schritt Freiheit, mein Leben zu leben.


Mein eigenes, nicht das, was andere erwarten.


Es purzeln noch ein paar Dankesworte an meine Kollegen für die tolle Zeit aus meinem Mund.


Ich sehe das nicht als Ende meiner Schulkarriere.


Ich spüre den Zauber des Anfangs von allem, was kommen wird.


Und während ich im Lehrerzimmer stehe und dem Treiben zusehe, denke ich sehr verbunden an „meine“ Klasse. 


An einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit.


Meine Fünftklässler von 2011 noch jung, aufgeregt, neugierig.


Ich habe sie begleitet, geführt.


Stück für Stück.


Bis zu ihrem Abschluss in der 10.


Mit ihnen habe ich Museumsmomente gesammelt, mit ihnen bin ich gewachsen.


Ich spüre Dankbarkeit und Wehmut.


Sie haben mein Bild von Schule geprägt.


Es ist vorbei.


Ich gehe.


Ein letzter Blick, letzte Umarmungen. 


Hinter mir fällt die Schultür zu, ich atme frische Luft ein. 



Vielleicht hängst Du auch in einem System fest, das dich klein hält.


Ein Gerüst, das Dir Sicherheit schenkt, aber Dich hemmt –

ich kenn’s. 


Und genau wie Du, hatte ich irgendwann den Verdacht, diese Sicherheit ist teuer erkauft. 


Der Moment dieser Erkenntnis ist der Moment, Dich auf einen neuen Weg zu machen.


Ich weiß noch nicht, wie Dein Weg sein wird, aber ich habe den Eindruck, es ist ein anderer als der, den Du bisher gegangen bist. 


Lass uns das doch gemeinsam rausfinden.


Ich habe mich damals an etwas erinnert, das Du jetzt auch erinnern darfst:


Du darfst leben, so wie du es willst.


Wenn Du Dir dabei Unterstützung wünschst, bin ich da.


Hier erreichst Du mich:


[email protected]


Ich freue mich auf Dich!


Christina

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