Kapitel#03 Management Update: NFTs, die Kontrolle behalten und Kampf der Unternehmen

Mar 29, 2021 3:56 pm

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...der Dritte freut sich mehr als der Zweite...


Editorial

Moin zum 3️⃣. dritten Kapitel des Newsletters! Frage der Woche: stellt sich langsam Routine beim Verfassen des Newsletters ein? Nein, nein, nein, 😯 die Anspannung ist groß, an die Liste eine Mail zu schreiben. Treffen die Themen, ist die Technik á jour, kommen neue Subscriber dazu... Wahrscheinlich bleibt diese Anspannung und gehört einfach dazu. Genug der Vorrede - schön, dass du wieder dabei bist (ah - Anregung aus den Umfragen --> "du" scheint zu passen - weiteres Feedback gern weiter in die Umfrage packen)


Unsere Themen heute

  • #podcastnavigator: spannende Unternehmensstories bei Business Wars
  • NFT: digitales Dingenskirchen 💻 oder relevante Technologie
  • Kontrollillusion: haben wir die Dinge wirklich im Griff?
  • Tooltipp: calendly: Terminabsprachen sehr einfach - #nobrainer


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#podcastnavigator

"Business Wars" ist ein innovatives Erzählformat zu den Rivalitäten internationaler Konzerne. Esteé Lauder vs. L'Oreal, Tik Tok vs. Instagram, Uber vs. Lyft, Amazon vs. Walmart und viele viele weitere Unternehmenskämpfe werden szenisch erzählt und aufwändig produziert. 🎧


Klasse ist, dass die Themen in mehrere rd. 20-25 Minuten lange Episoden aufgeteilt sind. So passt "Business Wars" gut in tägliche Routinen und kann immer weiter gehört werden. Also: wer sich für Business-Themen interessiert, wird Business Wars gern hören. Die Folgen sind auf englisch, erste deutsche Anpassungen sind unter dem Namen "Kampf der Unternehmen" erschienen.


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#techdeepdive 💾 mit Jörg - in lockerer Folge erklärt mir Jörg die Tiefen und Untiefen der Techwelt. Jörg ist selbst Techie und kümmert sich mit Vorliebe um den heißen Sch... der Tech-Welt.


Moin Jörg,

hast du schon mal was von NFT oder non fungible tokens gehört? Habe da irgendwas zu gelesen – weiß aber nicht so genau, was ich davon halten soll? 

Grüße


Hallo Torsten, non fungible tokens - wer käme daran im Moment schon noch vorbei...selbst die Vertreter der druckenden Journalistenzunft 📰schreiben schon darüber :-). Der ein oder andere von uns verspürt ein Kribbeln - wo auch immer - wenn er Geschichten von NFT Machwerken liest, die ihren Schöpfern gigantische Millionenbeträge in die virtuelle Kasse spülen. Dabei geht es um rasend schlechte und quäkende Babybildchen 👶, einen banalen Tweet oder eine schmerzhaft simple Collage aus Einzelbildchen. Für unvorstellbar hohe Summen an die Frau oder den Mann gebracht. Auch von Gralshütern wie Christies.


Hä? Was soll das alles und wie funktioniert das?


Vielleicht hilft beim Verstehen des NFT Hypes die Geschichte von Stefan.


Mein langjähriger Freund Stefan ist Künstler, der unter dem Label Mondallee (mal ansehen? hier geht's lang!) arbeitet und auftritt. Stefan hat(te bisher) ein Problem: seine Kunst ist digital, und das schon seit Beginn der 90er Jahre, als viele von uns noch Probleme damit hatten, eine einfache E mail zu versenden. Seine Kunst entsteht also ausschließlich auf digitalem Weg und ist auch nach Vollendung ein rein digitales Asset💽. Wie schrieb so treffend mal eine Laudatorin: ...wer voller Neugier in diese fantastischen, skurrilen, feinsinnigen, grotesken, visionären Bildwelten tritt, wird auf verlassene Inseln, verwunschene Parks, einsame Friedhöfe und morbide Gründerzeitvillen stoßen, die mit allerlei illustren Gestalten wie Stockmännern, Matrosen, Liebhabern, Lakaien, Abenteurern, Totengräbern bevölkert sind - auf Kurioses eben..... 🤔


So, Torsten, wie kommt diese feinsinnige, aber leider nur digitale Kunst nun an den Liebhaber selbiger? Klar auf digitalem Weg! Halt, Fehler....ich zahle für ein Stück digitale Kunst, die durch bloße Kopie beliebig vervielfältigt werden kann? Öhm..., nein, tue ich selbstverständlich nicht. Was bleibt? Die digitale Kunst mit dem Vorschlaghammer analogisieren ✒, also mit möglichst hochwertigem Druckverfahren auf gutes Papier bringen, nummerieren, signieren. Doch jetzt stehst du im Wettbewerb mit allen, die Kunst analog, also im besten Sinne klassisch, denken und produzieren. Wie es sich gehört mit Pinsel, Farbe und Leinwand. Deren Konsumenten rümpfen ob der vermeintlichen „Künstlichkeit“ und der sofort vermuteten fehlenden Kunstfertigkeit des Machers die Nase und wenden sich sofort wieder und mit Begeisterung 🖖den Aquarellen und Ölschinken dieser Welt zu, Hauptsache „echte“ Handarbeit. Könnten nun NFTs Stefans Dilemma auflösen? Aber ja!


Pixel sind Kunst? Echt? Krass!


Sehen wir uns an, wie NFTs funktionieren. Ähnlich wie bei Kryptowährungen, repräsentieren deren digitale Einheiten, also Tokens, einen Wert. Bei Währungen wie Blockchain sind diese jedoch, bezogen auf den verbrieften Wert, beliebig austauschbar. Bei non fungible tokens ist das anders. Sie hängen geradezu abgöttisch an einem digitalen Asset, sie repräsentieren dieses oder zertifizieren deinen - in der Regel einzigartigen - Besitz daran.


Nun ist Kunst nur eine Möglichkeit, NFTs einzusetzen. Alles, was digital ist, kann damit zertifiziert und werthaltig werden. Nun ja, werthaltig....so wird z.B. eine gnadenlos hässliche Katze aus einem Kittygame für infantile, gelangweilte, aber offensichtlich vermögende Gamer für über eine Million Dollar vertickt. Ein - selbstredend virtueller - Landstrich aus einem kaum noch vorstellbar blöden Spiel gar für den Gegenwert von anderthalb Millionen (echten) Dollars...Aber auch ganze Pop - Alben, Spielerkarten vom FC Bayern himself und Gott weiß was noch alles.


Wenn Du Dich selbst mal auf den einschlägigen Plattformen wie OpenSea (absolutes must see - unbedingt checken) umtust, wirst Du sehen, was alles und für welche Werte den Besitzer wechseln kann. Aber Achtung, wappne Dich mit Humor oder wenigstens Gleichmut, es ist überwiegend schwer erträglich. 😨😨😨


Cool, da geht ja echt was! Aber nur, wenn man wirklich starke Nerven hat, da stimme ich dir absolut zu!


Die Fachwelt sagt NFTs ungeachtet dessen einen weiteren steilen Aufstieg 🚀voraus. Was ja momentan ohnehin für alles gilt, was irgendwie crypto -fancy ist oder klingt.


Aber Vorsicht Torsten, ehe Du Dein Etherum-Wallet zückst und Dir fragwürdige Dinge na ja, irgendwie doch, anschaffst: Sollte die Hamburger Ortsgruppe von Fridays for Future von deinem Neuerwerb Wind bekommen, droht Dir eine Mahnwache vorm mondänen Hauseingang im alsternahen Wohnviertel 🏠. Und das vollkommen zu Recht. Du ahnst es sicher - trotz Deiner lückenhaften Crypto Vorbildung -  bereits: das Ganze ist genau wie digitale Währungen wegen der enormen Rechenlast aus ökologischen Gesichtspunkten nicht nur fragwürdig, sondern genau genommen inakzeptabel 🤮. Du findest bereits diverse Webseiten, die Dich rechnerisch und en détail über den von Dir begangenen NFT Umweltfrevel aufklären.


Also - es bleibt auch hier noch viel zu tun, aber das NFT Ding ist kein Hype, es wird bleiben und unsere gelernte Idee vom Besitz - an was auch immer - weiter gehörig aufmischen.


Und wenn Du schon bei dem Blödsinn mitmischen musst, dann kauf bitte was von Stefan. Der hätte es wenigstens verdient.


Dein: Jörg Flügge, Kontakt unter jf@batix.com


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DenkenSieJetzt! Best of aus Psychologie Ethik und Logik by Daniel ✍


Wenn der Postmann 2️⃣❌zweimal klingelt.


Sie kennen das beruhigende Gefühl, wenn man beim Fahrstuhl ein zweites mal auf den Knopf drückt, um zu beschleunigen, dass er kommt? Willkommen in der Kontrollillusion, die überaus menschliche Tendenz zu denken, gewisse Vorgänge kontrollieren zu können, die real nicht von uns beeinflussbar sind.


Ein kleines Spiel: Sie bekommen drei Würfel 🎲🎲🎲und es wird Ihnen gesagt, dass wenn Sie es schaffen mit drei Würfen drei Sechsen 6️⃣6️⃣6️⃣zu werfen der Preis ein nagelneues Smartphone das Ihrige sein wird. Was werden Sie tun? Welche Strategie wählen Sie? Die Würfel im Becher besonders schütteln? Die Faust in der die Würfel gehalten werden anpusten? Dreimal auf Holz klopfen? Das sind alles Interventionen die die Grundlagen der Stochastik 100%ig nicht erschüttern werden.


Die Illusion der Kontrolle ist stärker ausgeprägt, je mehr man sich einbildet, in das Handeln eingreifen zu können.


Wenn man den Grund für ein Ereignis kennt, kann man daran etwas verändern. Ohne Grund oder Erklärung fühlt man sich ausgeliefert. Das erträgt sich so schwer, dass unser Gehirn verzweifelt versucht, jede Situation berechenbar zu machen. Und manchmal denkt sich der Mensch dann kausale Zusammenhänge aus, die unsinnig sind. Wir glauben zu wissen, welche Handlung zum Ziel führt.


Also: Wenn der Postmann zweimal klingelt denkt er damit Kontrolle zu erlangen über Ihre Geschwindigkeit das Headset abzuwerfen und zur Tür zu eilen. Auch wenn sich der Vorgang durch das zweite Klingeln effektiv nicht beschleunigt, denn die Meter die Sie bis zur Tür zurücklegen müssen bleiben gleich. Oder fangen Sie an zu rennen in Schlappen, weil es ein zweites Mal bimmelt? Tun Sie ihm doch den Gefallen! Es gibt ihm das Gefühl, seinen Zeitplan beeinflussen zu können. Und nun viel Spaß beim Betrachten des nächsten Fortschrittsbalken und dem Zögern im rechten Zeigefinger nicht noch einmal darauf zu klicken um den Vorgang zu beschleunigen.


Dein DanielWrede, Kontakt unter dialog@danielwre.de

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Tooltipp: Terminsuche auf Speed: Calendly


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So einfach, dass man es hätte selbst erfinden können - jetzt schon mit 3 Mrd. US$ bewertet... Mit calendly gehört das müheslige gemeinsame Terminsuchen der Vergangenheit an. Klingt leider werbisch - ist aber einfach ein gutes und schlankes Tool.


Freigabe für den eigenen Kalender erteilen, ein paar Einstellungen im Tool vornehmen und die eigenen Termine gepflegt halten. Und schon kann von extern nach freien Terminslots gesucht werden, die dann gleich mit bspw. dem verbundenen Zoom-Account das Meeting finalisieren. Kostenfrei in der einfachsten Version (➡ kann man aber schon gut nutzen), danach 8,-$/Monat.


Nutze das Tool fast täglich und --> top!


Hier geht es zur Webseite: Calendly


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Was bleibt?


📽 Hang in there - 1 year Lockdown by Marcus Henry - sehr nettes Video eines coolen Performers: Hang in There


Vielen Dank und bis zum nächsten Newsletter!


Tschüß aus Hamburg


Torsten

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