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Kapitel #078 Management Update - Vielfalt mit Stroopies

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Editorial

Ausgabe 78 des Newsletter - Europa IRL (in real life)


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Ich sitze jetzt gerade im Zug auf dem Weg nach Amsterdam (habe den Newsletter also vorher geschrieben 😉). Und frage mich mal wieder, ob ich im Rahmen meines Jobs die internationalen Projekte für die Studierenden nicht einfach an den Nagel hängen sollte. So viel zu koordinieren, so viele Unsicherheiten und auch immer so viele (gefühlte) Probleme bei den teilnehmenden Studierenden.


Ist es nicht bei uns einfach am schönsten, ruhigsten, besten? Hmm, vielleicht müssen wir da etwas tiefer einsteigen - Welcome to internationale Vielfalt.


👀 Unsere Themen heute:


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Headliner: Hofstede - The Culture Factor

Wie kann man kulturelle Unterschiede erklären und damit auch besser verstehen? Das Standardwerk dazu stammt von Geert Hofstede. Sein Kulturdimensionenmodell aus den 70ern wird bis heute genutzt. Fünf Dimensionen, darunter u.a. Machtdistanz (wie viel Hierarchie ist okay?), Individualismus vs. Kollektivismus, und Unsicherheitsvermeidung (wie viel Ambiguität ist erträglich?). Ein Beispiel: Deutschland landet bei Unsicherheitsvermeidung mit 65 Punkten deutlich über dem europäischen Schnitt. Deswegen schließen wir so viele Versicherungen ab.


Aber jetzt zu den konkreten Erfahrungen, die die Teilnehmenden an den internationalen Projekten zwischen D und NL immer machen - kann man gut an der Dimension Motivation für Leistung und Erfolg (im Origininal: "Motivation towards Achievement and Success", ich würde es fast mit "Zug zum Tor" übersetzen.


D: 66

NL: 14

Höhrere Zahl = höhere Bedeutung für Menschen aus dem Kulturkreis.


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Klingt für Deutsche, als würden die Holländer ausschließlich chillen. Klingt für Holländer, als wären die Deutschen vom Ehrgeiz zerfressen. Und das trifft jetzt aufeinander in einem echten Projekt, mit einem echten Unternehmen in einer echt engen Zeitstruktur. Da können Herausforderungen auftauchen - seit 5 Jahren mache ich das Projekt und es treten IMMER Herausforderungen auf. Nicht bei allen internationalen Gruppen - aber es treten immer Herausforderungen auf. 😡


Mein Take

Hach, ich hadere immer mit den Problemen, mit denen man sich dann beschäftigen muss darf. Aber ist das nicht eigentlich das echte Leben? Wir sind unterschiedlich, wir haben unterschiedliche kulturelle Hintergründe, Prägungen, Werte, Erfahrungen, was-auch immer. Und damit umgehen zu können - ist doch eigentlich die wichtigste Lebenserfahrung, die man aufbauen kann. Ruhe, Resilienz. Verständnis und Lösungsorientierung --> genau das macht doch uns aus.


Hier der Top-Link, um sich einmal selbst mit anderen Kulturkreise zu vergleichen. Einfach die Länder selektieren und dann die einzelnen Kriterien durchgehen. Country Comparison Tool


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Playbook: Mehr Internationalität wagen

Was kann also internationale Zusammenarbeit? In der Praxis finden wir drei echt starke Argumente:


  1. Vielfalt sichert bessere Ergebnisse: Diverse Teams machen beim ersten Durchgang mehr Fehler — und korrigieren sie. Homogene Teams machen weniger Fehler — und übersehen sie. Weil niemand die Grundannahmen hinterfragt. Konsens fühlt sich gut an. Er ist aber oft nur der Beweis, dass alle denselben blinden Fleck haben.
  2. Vielfalt schafft Innovation: Software kaufen kann jeder. Prozesse kopieren auch. Aber ein Team, das echte kulturelle Widersprüche ausgehalten und gelöst hat, denkt in Lösungsräumen, die homogene Teams schlicht nicht sehen. McKinsey misst das seit Jahren: Unternehmen im obersten Diversitätsquartil sind mit 36% höherer Wahrscheinlichkeit überdurchschnittlich profitabel. Kein ESG-Argument. Wettbewerbsstrategie.
  3. Vielfalt trainiert Konfliktfähigkeit Wer jahrelang mit Menschen arbeitet, die Feedback, Hierarchie und Entscheidungen komplett anders verstehen, lernt etwas, das kein Seminar vermittelt: mit echtem Widerspruch umgehen, ohne das Gespräch abzubrechen. Diese Fähigkeit zahlt sich überall aus — nicht nur im internationalen Team, sondern bei jedem schwierigen Kunden, jeder Krisensitzung, jedem unbequemen Feedback-Gespräch.


Also hoffe ich jedes Jahr aus Neue, dass die Teilnehmenden beider Nationalitäten hoffentlich viel lernen - auch wenn es mal weh tut.


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The Story Behind: Entspannt ans Ziel kommen - the Dutch way

Vielleicht habt Ihr Euch oben gedacht "...gechillt" - uhhh, da packt er aber mal viele Vorurteile und Mutmaßungen aus. Kann sein - sorry dafür! Aber interessant: wir Deutsche meinen ja immer, wir wären die Produktivitäts-Weltmeister. Hach - die Niederländer zeigen uns, dass man produktiv (-er) sein kann und dabei auch die Ruhe bewahren.


Zahlen gefällig?


Die Niederländer arbeiten im OECD-Schnitt durchschnittlich 30,4 Stunden pro Woche — und trotzdem liegt ihre Stundenproduktivität bei 97,4 USD pro Stunde (2023, kaufkraftbereinigt). Deutschland kommt auf 88 USD pro Stunde — bei deutlich mehr Arbeitsstunden. Quelle


Kurzversion: Die Niederländer produzieren pro Stunde mehr, arbeiten weniger Stunden, und haben damit eine der stärksten Volkswirtschaften Nordwesteuropas. Tja - vielleicht ein Ansatz für mehr Entspanntheit.


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One Good News: Amsterdam at a Budget

Ich war ja jetzt schon ein paarmal in Amsterdam. Tolle Stadt, manchmal etwas arg überlaufen und voll und auch ganz schön pricy. Aber es gibt ein paar echt coole Tipps für Low Cost-Spaß in Amsterdam (habe ich auch fast alle schon getestet):



Viele Grüße aus dem Zug und auf bald! Ach: meist entscheide ich mich dann zum Ende der Projekte, dass ich dann im kommenden Jahr doch wieder neu starte und die Erfahrungen und Herausforderungen schon meistern werde. Mal schauen, wie es dieses Jahr wird 🙃


Torsten


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PS: Ihr habt bis hierhin durchgehalten? Danke und hier der Bonus-Link der Ausgabe: NERD-ALARM: ich fahre ja gern Zug (so jetzt ja auch wieder). Die wohl nerdigste europäische Webseite für Zugfahrten über den ganzen Kontinent: SEAT61 - ein Brite sortiert das europäische Bahnchaossystem. So was habt Ihr lange nicht mehr gesehen!


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